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MaasMedia Vol. 27
Dreier, Chris - The Grim North Series
Pinhole Photography
Lochkamera-Fotografien
mit einem Text von Andreas Seltzer
deutsch/english
Seiten: 30
Format: 14,6 x 21 cm
Abbildungen: 24 s/w Fotografien
ISBN: 978-3-940999-01-6
Preis: 8 Eur
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Zu den wenigen Künstlern, die sich derzeit mit den Wirkungsweisen
der Untersicht beschäftigen, gehört die Fotografin
Chris Dreier. Das Wunder, besser das Wundern
das ihre schwarzweissgrauen Lochkamerabilder aus bodennaher
Perspektive zeigt, besteht darin, dass die fotografierten
Orte wie in einem Dornröschenschlaf erscheinen: Gibt
es Zugang zu ihnen, oder bleiben sie verschlossen? Kann man
sie wecken oder muss man sie schlafen lassen? Wird das Zwielicht,
das in ihnen herrscht, verblassen, oder wird zunehmende Dunkelheit
alles Sichtbare verschlucken?
'The Grim North' heisst ihre Fotoserie, und dieser Norden,
mit seinem bleiernen Himmel und nassem Asphalt, den dunklen
menschenleeren Straßen und versiegelt wirkenden Häusern,
ist wirklich grimmig. Seine Orte heissen: Belfast, Derry und
Berlin. Allesamt sind dies Orte, die von sichtbaren und unsichtbaren
Begrenzungen, heissem und kaltem Krieg geprägt sind und
in denen die Schatten Geschichten von Terror, Hass und Glaubensdogmatismen
erzählen. Chris Dreier nähert sich ihnen unauffällig.
Ihr Handwerkszeug besteht nur aus einer mittelgrossen Keksdose,
in die ein Loch gebohrt ist, hinter dem ein niedrig empfindlicher
Film darauf wartet, vierzig Minuten - oder länger - belichtet
zu werden. Das ist alles. Wenn sie ein Motiv interessiert,
stellt sie ihre Keksdose auf den Boden des Trottoirs oder
des Straßenrands und das Einzige was Aufmerksamkeit
erregen könnte, das ist ihr Warten.
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